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„Kate in Waiting. Liebe ist (nicht) nur Theater“ von Becky Albertalli

von Marie
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Kate in Waiting von Becky Albertalli

Im letzten Jahr habe ich Was ist mit uns von Becky Albertalli und Adam Silvera gelesen und war begeistert von diesem süßen Jugendbuch. Deshalb musste ich bei Becky Albertallis neuem Buch Kate in Waiting. Liebe ist (nicht) nur Theater natürlich sofort zugreifen.

Musicals und Freundschaft

Wie schon in Was ist mit uns spielt auch in Kate in Waiting das Musical eine große Rolle. Damit hat man mich fast immer, da ich ein absoluter Musical-Fan bin. Doch auch wenn die Proben zu einem Musical einen großen Platz einnehmen, steht im Vordergrund die Freundschaft zwischen Kate und Anderson. Die beiden sind ein Herz und eine Seele, vertrauen sich alles an und sind schon fast eine Person. Meist schwärmen sie gleichzeitig für den selben Jungen. So auch diesmal, als das neue Schuljahr mit einem neuen Schüler namens Matt beginnt. Allerdings geht die Schwärmerei von Kate und Anderson diesmal weiter, beide entwickeln tiefere Gefühle für Matt und ihre Freundschaft droht zu zerbrechen.

Bezaubernde Charaktere

Kate in Waiting. Liebe ist (nicht) nur Theater hat durchweg tolle und bezaubernde Charaktere zu bieten. Kate ist ein warmherziger und mitfühlender Mensch, eine Freundin, wie man sie sich nur wünschen kann. Ihr männliches Pendant ist ihr bester Freund Anderson. Die beiden zusammen zu erleben ist ein Zuckerschock, so süß sind sie miteinander.

Ich bin so platonisch verliebt in Anderson Walker, dass mein Gehirn einen Kurzschluss erleidet.

Kate in Waiting, Seite 132

Doch nicht nur die beiden Hauptfiguren, sondern auch die Nebencharaktere sind hervorragend ausgearbeitet und agieren alle sehr realitätsnah. Bisweilen etwas naiv, aber auch das passt, da es ja Jugendliche sind. Wer war in diesem Alter schon total abgeklärt und mit sich selbst im Reinen?

Junge liebt Junge

Neben den tollen Charakteren hat mir sehr gut gefallen, wie normal alle mit Andersons Homosexualität (oder überhaupt sexueller Orientierung) umgegangen sind.

Er ist unser bester Freund, der schwul ist, nicht unser schwuler bester Freund.

Kate in Waiting, Seite 237

In einem Nebensatz erfahren wir später, dass eine von Kates Freundinnen trans ist. Die Selbstverständlichkeit der Freunde mit dem Thema sexueller Orientierung finde ich toll. So sollte es auch im realen Leben sein.

Der Glee-Club

Falls ihr die Musical-Serie Glee kennt und liebt, müsst ihr unbedingt zu Kate in Waiting. Liebe ist (nicht) nur Theater greifen. Die Theaterklasse erinnert mich ständig an Glee, in der der Glee-Club auch aus sehr verschiedenen Menschen besteht, die aber alle die Liebe zum Gesang (mehr oder weniger) miteinander verbindet. So auch hier. Ein Mädchen im Rollstuhl arbeitet an den Kulissen und ein Sportlertyp, der sich den Arm gebrochen hat, wird zum Singen verdonnert, weil er keinen Sport mehr machen darf. Im Hintergrund sitzt immer der Mann am Piano, der stets eine passende Melodie klimpert. Wenn ich solche Geschichten lese bzw. sehe, finde ich es immer bedauerlich, dass es an meiner Schule keinen Theater- oder Musical-Kurs gab.

Popkultur und sehr viel Humor

In dem Buch wimmelt es nur so vor Musical- und Film-Referenzen. Als einer der A-Typen (kurz für Arschloch-Typen, wie Kate und ihre Freunde die sportfanatischen Schüler nennen) sich den Arm bricht und mit einem Gips auftaucht, kommentiert Anderson das mit „Zu dumm, dass wir nicht Dear Evan Hansen aufführen“. Zudem ist einer der Lieblingsfilme von Anderson und Kate der Disney-Film Rapunzel – Neu verföhnt, der oft zitiert wird. Heimlich hält Kate auch nach ihrem realen Flynn Rider (dem Helden aus Rapunzel) Ausschau, was in einer zuckersüßen Szene zum Ende gipfelt.

Dann liegen seine Lippen auf meinen, und ich bin gar nicht Rapunzel. Ich bin ein Papierlampion. Ich schwebe und leuchte von innen heraus.

Kate in Waiting, Seite 328

Hach, wenn das nicht Zucker ist. Wer sich gerne mal seine Zeit mit Young Adult-Liebesromanen versüßt, wird bei Kate in Waiting voll auf seine Kosten kommen.

Fazit

Kate in Waiting. Liebe ist (nicht) nur Theater ist ein perfektes Jugendbuch. Toll ausgearbeitete und sympathische Charaktere, viel Humor und eine zauberhafte Geschichte über Freundschaft und Liebe. Ein Feel-Good-Roman, der auch Fans von Glee begeistern wird.


Herzlichen Dank an vorablesen und den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar. Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch und zur Autorin.

1 Kommentar

Lovelybooks Leserpreis 2021 - Wörter auf Papier 15. November 2021 - 13:49

[…] Nominiert in Jugendbuch – Belletristik […]

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