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„Schreibwelten“ von Alex Johnson

von Marie
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Rezension zu Schreibwelten von Alex Johnson

Wusstet ihr, dass James Bond-Erfinder Ian Fleming seine Bücher in einem Haus auf Jamaika schrieb? Dass Astrid Lindgren am liebsten im Bett mit Bleistift und Notizbuch arbeitete oder Arthur Conan Doyle sich einen speziellen Kofferschreibtisch anfertigen ließ, damit er auf Reisen schreiben konnte? Diese und noch viele weitere spannende, interessante und liebenswerte Details aus dem Schreiballtag berühmter Schriftsteller bringt uns Alex Johnson in seinem Buch Schreibwelten nahe.

Schreibwelten – worum geht es?

Mit welcher Tinte schrieb Jane Austen? Warum beginnt Isabel Allende alle Romane am 8. Januar? Was kostete Ray Bradburys Schreibmaschine? Alex Johnson unternimmt in »Schreibwelten« eine unterhaltsame Reise durch die Weltliteratur und erzählt von den kleinen Geheimnissen und merkwürdigen Gewohnheiten unserer Lieblingsschriftsteller:innen. Wir erhalten Zugang zu ihren ganz privaten Lebensräumen, blicken ihnen beim Schreiben über die Schulter und erfahren, wie sie ihre besten Werke geschaffen haben./p>Klappentext

Ein Blick ins Allerheiligste

Insgesamt 50 Autorinnen und Autoren hat Alex Johnson ausgewählt und gewährt uns einen Blick in ihre Arbeitszimmer bzw. an die Orte, an denen sie ihre Werke schufen. Und diese Räume haben uns viel zu erzählen. Johnson schreibt leicht und pointiert über die Besonderheiten der Zimmer, arbeitet kleine Marotten der Schreibenden heraus und bringt uns diese Menschen näher.

Zu Beginn seines Textes hat Alex Johnson jeweils vermerkt, wo sich der Arbeitsplatz befand bzw. befindet, z. B. ist bei Emily Dickinson „Schlafzimmer, Amherst, Massachusetts“ zu lesen. Im folgenden kleinen Porträt geht Johnson auf die Eigenarten des Zimmers und natürlich auf die Rituale der Autoren ein. Um bei Dickinson zu bleiben: Sie brauchte die absolute Stille ihres Schlafzimmers, um ihre Gedichte schreiben zu können. Ihr Schlafzimmer kann heute übrigens für zwei Stunden für das ganz persönliche Schreiberlebnis gemietet werden.

Detailreiche Illustrationen

Jedes Porträt ist mit einer ganzseitigen Illustration versehen. James Oses entwirft das zuvor in Buchstaben skizzierte Zimmer mit bezaubernden Bildern. So zeigt z. B. das Schreibzimmer von Ernest Hemingway – ebenfalls sein Schlafzimmer – Jagdtrophäen, Bücherregale, seinen Hund und viel Krimskrams. Es lohnt sich, die Bilder nicht nur kurz zu überfliegen.

Innenansicht aus Schreibwelten von Alex Johnson

Die Arbeitsplätze befanden sich übrigens nicht nur im eigenen Haus. So hatte Arthur Conan Doyle auf Reisen stets einen eigens für ihn hergestellten Kofferschreibtisch dabei. Wenn er ihn öffnete, erschien ein Schreibtisch samt Schubfächern, Schreibmaschine und Bücherregal – wie toll ist das? Margaret Atwood schreibt quasi überall – ob im Hotelzimmer, in Cafés oder sogar im Flugzeug.

Ein Buch zum Schmökern

Diese und noch viele weitere Geschichten bietet Alex Johnson mit seinen Schreibwelten. Zwischen den Porträts finden sich immer mal wieder Zitate bekannter Autoren oder kurze Texte über z. B. die tierischen Hausgenossen der Schreibenden. Mir hat die Mischung sehr gut gefallen, das Buch ist einfach ein Schatz.

Schreibwelten lädt dazu ein, in die Arbeitswelten der Autoren einzutauchen. Ich lege euch dieses wunderbare Buch zum „immer wieder in die Hand nehmen und genießen“ ans Herz.

Fazit

Schreibwelten ist ein Schatz für alle Literaturliebhaber, die gerne mal in die Schreibzimmer berühmter Schriftsteller blicken würden. Im leichten Plauderton erzählt Alex Johnson kleine Geschichten von Orten, die in vielen Fällen nicht öffentlich zugänglich sind. Als I-Tüpfelchen untermalen die zauberhaften Illustrationen von James Oses die kleinen Arbeitszimmerporträts.

Herzlichen Dank an wbg Theiss für das Rezensionsexemplar.

Schreibwelten (OT: Rooms of their own: Where great writers write) von Alex Johnson.
Am 10.03.2023 bei wbg Theiss erschienen.
Aus dem Englischen übersetzt von Birgit Lamerz-Beckschäfer.
Mit Illustrationen von James Oses
ISBN: 978-3-8062-4564-6 / 192 Seiten

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