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„Mercy Seat“ von Elizabeth H. Winthrop

von Marie
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Beitragsbild zu Mercy Seat von Elizabeth H. Winthrop

Es gibt Bücher, die lassen mich mit einem kalten Gefühl im Herzen zurück. Dazu gehört Mercy Seat von Elizabeth H. Winthrop, der auf wahren Begebenheiten beruht und eine bedrückende Geschichte erzählt.

Eine Hinrichtung

Louisiana im Jahr 1943: Der junge Schwarze Will wurde zum Tode verurteilt, weil er angeblich ein weißes Mädchen – Grace – vergewaltigt hat. So sagen es zumindest die Wutbürger der Kleinstadt St. Martinsville, die Will unbedingt auf dem elektrischen Stuhl sehen wollen. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus: Will und Grace waren heimlich ein Paar. Doch da Grace sich das Leben genommen hat, kann sie Wills Geschichte nicht bestätigen und so wartet Will auf seinen letzten Tag.

Verschiedene Perspektiven

Die US-amerikanische Autorin Elizabeth H. Winthrop lässt uns die Geschichte in Mercy Seat aus unterschiedlichen Perspektiven miterleben. Verschiedene Personen, die auf die eine oder andere Weise mit Will verbunden sind, lassen uns an ihren Gedanken teilhaben. Da wäre natürlich Will, der in seiner Zelle auf den Tag seiner Hinrichtung wartet. Seine Gedanken rasen hin und her, wandern zu Grace, zu seinen Eltern. Er will, dass dieses Warten endlich ein Ende hat, fürchtet sich aber dennoch sehr davor. Auch Frank, sein Vater, fürchtet etwas. Nämlich, dass er es nicht rechtzeitig zu seinem Sohn schafft, um ihn noch einmal zu sehen. Mit einem Esel und einen kleinen Karren, auf dessen Fläche der Grabstein für seinen Sohn liegt, macht er sich auf den Weg nach St. Martinsville.

Außerdem lernen wir Lane kennen. Der Freigänger ist zusammen mit Seward in einem Truck unterwegs – ebenfalls nach St. Martinsville. Die Ladung des Trucks besteht nur aus einer Sache – dem elektrischen Stuhl, auf dem Will hingerichtet werden soll. Auch andere Bewohner der Kleinstadt werden gehört. Der Perspektivwechsel schafft es, eine eindrückliche Stimmung zu erzeugen. Ich wurde in die Geschichte hineingezogen, habe die guten Menschen, wie auch die schlechten erlebt.

Keine Gnade

So wie Will, der unschuldig ist und dennoch hingerichtet werden soll, gibt es auch für uns, die wir Mercy Seat lesen, keine Gnade. Die Autorin legt keinen Weichzeichner über die Geschichte. Der Tag der Hinrichtung, die sich überstürzenden Ereignisse, werden detailliert beschrieben. Hier sei eine Warnung ausgesprochen. Die Hinrichtung ist grauenhaft! Ich musste das Buch für eine Weile zur Seite legen, weil mir die Szenen sehr nahe gingen.

Trotzdem: Mercy Seat ist unbedingt lesenswert. Besonders wegen der Lichtblicke, die durch all das Grauen hindurch scheinen. Und auch, soviel gibt der Klappentext ja selbst preis, wegen des überraschenden Endes.

Fazit

Elizabeth H. Winthrop erzählt in Mercy Seat eine beklemmende Geschichte aus mehreren Perspektiven. Berührend, brutal, beängstigend – und gen Ende nichts für zarte Gemüter. Ein lesenswerter Roman nach wahren Begebenheiten.


Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch.

2 Kommentare

Zeilentänzerin 2. November 2021 - 16:21

Ein sicherlich beeindruckendes Buch, besonders wegen seiner wahren Begebenheit und des beklemmenden Themas. Ich habe mich damit schon häufig auseinandergesetzt und lese gerade ein Buch mit ähnlichem Inhalt. Danke für die Rezension!

Zeilentänzerin

Antworte
Marie 2. November 2021 - 20:25

Ja, sehr. Aber eben auch kein Buch für Zwischendurch.
Was liest du denn gerade?

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