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„Lily und der Oktopus“ von Steven Rowley

von Marie
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Lily und der Oktopus von Steven Rowley

Auf der Suche nach einem Buch, bei dem ich während des Lesens zum Taschentuch greifen muss, stieß ich auf Lily und der Oktopus von Steven Rowley. Und ich kann euch sagen, die Taschentücher waren dringend notwendig.

Worum geht’s?

Der Drehbuchautor Ted lebt mit seiner Dackeldame in Los Angeles. Eines Tages entdeckt Ted bei Lily einen Tumor. Ted, der das nicht wahr haben will, macht aus dem Tumor kurzerhand einen bösartigen Oktopus, der mit seinen Tentakeln Besitz von Lily ergriffen hat und sie verschlingen will. Um sein Ein und Alles zu retten, nimmt Ted den Kampf mit dem Oktopus auf….

Warum ich das Buch liebe

Wenn mich auf dem Bucheinband Sätze wie „Wunderbar geschrieben, fein und klug beobachtet und ungeheuer berührend“ oder „Sie werden dieses zärtliche und fantasievolle Buch lieben“ empfangen, ist meine Neugierde geweckt. Natürlich legen solche Vorschusslorbeeren die Messlatte hoch und ich sorge mich, ob das Buch auch wirklich hält, was die Sätze versprechen.

Im Hinblick auf Lily und der Oktopus treffen sie voll und ganz zu. Schon nach den ersten Sätzen war ich dem Buch verfallen – wie Ted und Lily über Jungs plaudern, die wir schnuckelig finden“ ist einfach süß. Auf jeder Seite spürte ich Teds Liebe für seine Dackeldame – zauberhaft!

Dass Lily nicht mehr lange zu leben hat, ergibt sich aus dem Klappentext, aber das Wissen darum hatte für mich keinen Einfluss auf das Leseempfinden (will sagen, die Geschichte ist dadurch nicht schöner oder schlimmer.) Natürlich habe ich trotzdem gehofft, dass Lily den Oktopus los wird….

Als Lily dann tatsächlich stirbt, ist es auch um meine Fassung geschehen. Steven Rowley hat mir Ted und Lily so nahe gebracht, dass ich das Gefühl habe, dass mit Lily ein Familienmitglied gegangen ist und ich trauere mit Ted – und zwar mehrere Taschentücher voll (und so sehr, dass mein Mops sich genötigt fühlte, mir das Gesicht abzulecken). Doch obwohl das Buch unendlich traurig ist, hat es auch so viel Humor in sich und das Ende ist reizend, fast schon kitschig (na gut, es ist kitschig), aber dennoch passend.

Was mir (zunächst) nicht so gut gefallen hat

SPOILER!
Zum Ende fährt Ted mit Lily aufs Meer hinaus, um den Oktopus in seinen heimatlichen Gefilden zu vernichten. An diesem Punkt dachte ich „och nö… jetzt driftet es aber ab“ und das Buch verlor einen Stern. Als sich schließlich das Ganze als Traum herausstellte, war ich wieder voll und ganz versöhnt. Mir fiel regelrecht ein Stein vom Herzen. Wenn dieser Fantasyanteil „wahr“ gewesen wäre, hätte das Buch einen guten Teil seiner Großartigkeit verloren.
SPOILER-ENDE

Fazit

Die Aussage „Sie werden dieses zärtliche und fantasievolle Buch lieben“ unterstreiche ich doppelt und dreifach – ich LIEBE Lily und der Oktopus. Steven Rowleys Roman ist ein Schmuckstück und ich freue mich, dass ich es gelesen habe. Jede Seite ist ein voller Genuss und sämtliche Figuren (besonders Therapeutin Jenny und Teds bester Freund Trent) sind wunderbar beschrieben.

Das Nachwort lässt erkennen, dass in den Roman viel Reales eingeflossen ist. Danke Steven Rowley, dass du Lily Geschichte niedergeschrieben hast. Sie ist zu Tränen rührend, lustig, poetisch, verrückt und einfach wunderbar! 5 Sterne mit extra „Tofahn“ für Lily obendrauf. 💚


Diese Rezension erschien zuerst auf lovelybooks.de. Für meinen Blog habe ich sie überarbeitet.

Lily und der Oktopus von Steven Rowley
2017 bei Goldmann erschienen
Übersetzt von Sibylle Schmidt
ISBN 978-3-442-31433-1 / 352 Seiten

2 Kommentare

Zeilentänzerin 26. Juni 2022 - 18:36

Hallo du Liebe, ich habe jetzt bewusst nicht gelesen, was dir NICHT gefiel, denn vielleicht möchte ich das Buch noch lesen und habe mich entschieden, auf den Spoiler zu verzichten =) aaaaaber, dank dir bin ich auf ein interessantes Buch aufmerksam geworden. Danke!

Zeilentänzerin

Antworte
Marie 27. Juni 2022 - 10:48

Dafür ist der Spoiler-Hinweis da. 😄 Sehr gerne!

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