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„Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art“ von Matthias Gruber

von Marie
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Rezension zu Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art von Matthias Gruber

Schaut euch dieses Cover an. Ist es nicht absolut genial? Ich war sofort neugierig, auch aufgrund des besonderen Titels: Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art – toll! Wenn mich Cover und Titel schon so ansprechen, muss ich unbedingt wissen, ob das Buch hält, was der erste sehr gute Eindruck vermittelt.

Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art – worum geht es?

Arielle fällt auf, nicht nur mit ihrem außergewöhnlichen Namen, sondern auch mit ihrem Aussehen. Sie hat nur wenige Haare auf dem Kopf, im Mund finden sich lediglich Zahnstummel und selbst im Hochsommer kann sie nicht schwitzen. Ihre Krankheit macht sie zur Angriffsfläche ihrer Klassenkameraden, aber auch von Lehrern und anderen Menschen, die es besser wissen müssten. Wenn sie nicht in der Schule ist, muss sie ihrem Vater helfen, Wohnungen von Verstorbenen auszuräumen.

Vorbei an den Spuren, die Herr Fischer hinterlassen hatte. Wenn Menschen gingen, verschwanden sie nicht einfach. Jeder ließ etwas zurück, und Vater und ich kümmerten uns darum. Wir sammelten die Reste ein und schafften Platz für Neues.

Seite 12

Während ihr Vater alte Festplatten nach Kryptowährungen durchsucht, stößt Arielle auf ein Smartphone mit einer Fülle an Fotos, die alle ein Mädchen namens Pauline zeigen. Die wunderschöne Pauline, die offenbar ein perfektes Leben führt. Um endlich auch mal zu erleben wie es ist, von anderen bewundert und umschwärmt zu werden, legt sich Arielle ein Fake-Profil auf einer Social Media-Plattform an und nutzt die gefundenen Fotos. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Doch während die Aufmerksamkeit Arielle bald zu viel wird, begeistert sich ihre psychisch labile Mutter für das mittlerweile prominente Profil und nutzt den Erfolg für den Verkauf von Kosmetik.

Gesellschaftsporträt

Matthias Gruber porträtiert eine Gesellschaft, die süchtig nach Aufmerksamkeit ist – um jeden Preis. Da stellen sich Menschen stundenlang an, um ein Foto von sich vor einem großen Waldbrand zu machen. Follower-Zahlen sind das Wichtigste und wenn man kein Foto gemacht hat, war man nicht dabei.

Grubers Charaktere sind gut gezeichnet, jeder trägt eine Traurigkeit in sich, die auf unterschiedliche Weise ans Tageslicht tritt. Der Autor lässt vieles offen, so dass Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten zulässt. Das hat mir gut gefallen. Es muss nicht alles immer bis ins Detail erklärt und ausgeleuchtet werden. Dazu passt auch das märchenhaft anmutende Ende perfekt.

Mit Feingefühl, unterhaltsam und nicht ohne Witz präsentiert sich Matthias Grubers Debütroman. Skurrile Momente werden von bedrückenden Szenen abgelöst, auf Resignation folgt ein Lichtblick. Ich bin nur so durch das wunderbar geschriebene Buch geflogen, das zum Nachdenken anregt und auch nach dem Lesen noch nachhallt.

Fazit

Matthias Gruber hat ein großartiges Erstlingswerk vorgelegt. Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art ist berührend, unterhaltsam und voller Deutungsmöglichkeiten. Ein wunderbarer Roman, den ich gerne weiterempfehle.

Herzlichen Dank an den Jung und Jung Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art von Matthias Gruber.
Am 27.07.2023 im Jung und Jung Verlag erschienen.
ISBN: 978-3-99027-280-0 / 304 Seiten

Auch besprochen von: Lust auf Literatur und Buchblogger24.

2 Kommentare

BuchBesessen 7. September 2023 - 13:57

Das hätte mich – ehrlich gesagt – vom Cover etc. her nicht gereizt. Aber nun finde ich es doch interessant – und ich liebe ja Geschichten voller Deutungsmöglichkeiten. :)

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Marie 9. September 2023 - 14:30

Witzig. ☺️ Dann sage ich einfach mal, trotz des Covers lege ich dir das Buch ans Herz. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es dir gefällt.

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