Startseite RezensionenFantasy & Science-Fiction „The Stranger Times“ von C. K. McDonnell

„The Stranger Times“ von C. K. McDonnell

von Marie
Veröffentlicht: Letztes Update 58 Aufrufe
Beitragsbild zu The Stranger Times von C. K. McDonnell

C. K. McDonnell, Pseudonym des irischen Autors Caimh McDonnell, war mir zuvor kein Begriff. Nachdem ich aber das Cover schon so genial fand und die Leseprobe mich überzeugt hat, dass The Stranger Times genau mein Ding ist, musste ich zugreifen. Und mein Instinkt war richtig – The Stranger Times ist wahrlich genial!

Worum geht’s?

The Stranger Times ist eine Zeitung, die sich mit den Nachrichten auseinandersetzt, die die anderen (seriösen) Zeitungen links liegen lassen, z. B. UFO-Sichtungen, Begegnungen mit Nessi, vom Teufel besessenen Toiletten – halt das ganz normale Unnormale. Verrückt, also noch verrückter, wird es, als plötzlich die Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten, doch passieren.

Der Chef aus der Hölle

Der Chefredakteur dieses Blattes ist Vincent Banecroft, ein Typ den niemand gern als Chef haben möchte. Er brüllt ständig alles und jeden an, schießt gerne mal wahllos mit einem altertümlichen Gewehr um sich und hält nichts von Körperhygiene.

Zu behaupten, er hätte sich wie ein verzogenes Kind aufgeführt, wäre unfair gewesen – Hannah hatte noch nie ein Kind erlebt, dass es geschafft hätte, auf so ausdauernde und kreative Weise unverschämt zu sein.

The Stranger Times, Seite 92

Auch deshalb (oder wohl vor allem deshalb) hat die Zeitung nur wenig Personal.

…und seine fleißigen Untergebenen

Neu dabei ist Hannah, die gerade ihrem untreuen Ehemann das Haus abgefackelt hat und dringend Geld braucht. Obwohl der Rest der Belegschaft glaubt, dass Hannah schnell die Segel streichen wird, kommt sie jeden Tag aufs Neue in die Redaktion, die übrigens in einer ehemaligen Kirche untergebracht ist.

„Ich … wollte um sie herumlaufen, habe mich aber in einer der Leinen verfangen, und irgendwie bin ich dann in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit der verdammten Frau und ihren sechs Hunden geraten.“ „Na bravo“, sagte Banecroft. „Wir haben Inspektor Clouseau engagiert.“

The Stranger Times, Seite 89

Im Erdgeschoss steht die monströse Druckerpresse, die für den Zeitungsdruck scheinbar keine externe Energie benötigt und von einem Typ bedient wird, der außer weißer, bodenlanger Dreadlocks nichts trägt. Herz der Zeitung ist Grace, die den Empfang managt und darauf achtet, dass Banecroft nicht mehr als nötig flucht, was diesem sehr schwer fällt. Außerdem gibt es die beiden Redakteure Ox und Reggie sowie Stella, von der eigentlich niemand so richtig weiß, was sie macht und die immer zeitgleich in ihr Handy und ein Buch guckt.

Wer fuchtelt denn da?

Allein diese bunt gemischte Truppe sorgt schon für kuriose Szenen. Dazu kommt aber noch die eigentliche Handlung, in der ein Untier auf Menschenjagd geht, allerlei Magie im Spiel ist und noch mehr verrückte Leute auftreten. Wie die Magie funktioniert, wird nicht großartig erklärt – die Menschen fuchteln halt irgendwie mit ihren Händen in der Luft rum. Und aus irgendeinem Grund werden die Menschen in Typ 2, Typ 7 etc. eingeteilt, was aber auch nicht weiter erklärt wird. Gestört hat es mich nicht, es passt zum Stil des Buches. Außerdem gehe ich davon aus, dass es weitere Erklärungen im nächsten Band gibt. The Stranger Times ist nämlich als Trilogie angelegt.

Britischer Humor

Wie wahrscheinlich deutlich geworden ist, ist The Stranger Times ein sehr witziges Buch. Aber Humor ist ja immer so eine Sache, manche mögen es subtil, andere lieben es ins Gesicht. C. K. McDonnell ist ein ehemaliger Stand-up-Comedian und das merkt man dem Fantasy-Krimi-Roman auch an. Der Humor ist zudem very british – das sollte man mögen, bevor man zu dem Buch greift.

Am Ende kam es zu Handgreiflichkeiten, und beide behaupteten vom anderen, er hätte mit den Kopfnüssen angefangen. Es war schrecklich würdelos. Dann wurde auch noch mit frittiertem Essen geworfen. Schottischer hätte es jedenfalls nicht werden können.

The Stranger Times, Seite 210

Meinen Humor-Nerv trifft es auf jeden Fall. Mehr als einmal fühlte ich mich an Jasper Fforde oder Terry Pratchett erinnert.

Die Wortgefechte, an denen dank seines furchtbaren Verhaltens natürlich oft Banecroft beteiligt ist, haben mir besonders gut gefallen. Ein Lob deshalb auch an den Übersetzer André Mumot. Was für ein Spaß.

Fazit

The Stranger Times ist ein großes Lesevergnügen. Das Buch ist ein gelungener Mix aus Fantasy und Krimi, der bis zur letzten Seite mit seinen skurrilen Charakteren und witzigen Sprüchen unterhält. Ein grandioses, weil lustiges, rasantes und einfach komplett verrücktes Buch. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung(en).


Herzlichen Dank an Vorablesen und den Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar. Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch.

Schaut auch unbedingt mal auf der (englischen) Webseite zum Buch vorbei. Die ist genauso verrückt wie das Buch.

Ich freue mich über deinen Kommentar

* Mit dem Senden des Formulars erkläre ich mich mit der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten durch diese Website einverstanden.

Dir gefällt vielleicht auch...