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„Die Harpyie“ von Megan Hunter

von Marie
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Die Harpyie von Megan Hunter

Als erstes werfen wir doch einen Blick auf dieses großartige Cover von Die Harpyie! Das war es, das mich zuerst auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Ich finde es einfach umwerfend. Schön und furchterregend zugleich. Sehr gelungen.

Doch zum Glück bietet Die Harpyie, erschienen bei C. H. Beck, mehr als ein tolles Cover. Die britische Autorin Megan Hunter erzählt in diesem Roman die Geschichte einer Frau, dessen Ehemann sie betrogen hat. Als „Wiedergutmachung“ darf Lucy Jake drei Mal bestrafen. Lucys Rachegelüste werden dabei immer dunkler. Eine andere Seite, die tief in ihr geschlummert hat, wird wieder zum Leben erweckt.

Eine wütende Harpyie

Lucy erinnert sich an ihre Faszination für Harpyien. Einerseits eine große, kräftig gebaute Greifvogelart. Andererseits ein geflügeltes Mischwesen der griechischen Mythologie, eine Vogelgestalt mit Frauenkopf, ein Sturmdämon (Sturmdämon klingt sehr poetisch). Letztere ist es, die Lucy fasziniert und als die sie sich immer mehr sieht. Denn Lucy wird wütend. Und sie fühlt sich gedemütigt, da offenbar so viele in ihrem Umfeld von der Affäre wussten. Die Wut beginnt in ihr zu brennen und die Harpyie setzt sich immer mehr durch.

Der Bezug zu der mythologischen Figur gibt der Geschichte einen fantastischen Dreh. Allerdings hätte ich dieses Element nicht unbedingt gebraucht, weil Die Harpyie auch ohne diese mythologische Verbindung überzeugt. Schon von der ersten Seite an baut Megan Hunter eine unheimliche Spannung auf. Ihre Sprache ist teils sehr gewaltig; mit kleinen Einschüben, aus Lucys Sicht erzählt, kurze Sätze, ganz klar und eindringlich.

So hatte sie Blut noch nie erlebt. Unter den Fingernägeln. Irgendwie auch unter der Zunge. Von ihren Fingern in ihren Mund getropft.

Seite 190

Und dann das Ende. Vielleicht der letzte logische Schritt, vielleicht aber auch ganz anders gemeint? Auf jeden Fall habe ich noch eine ganze Weile über den Schluss nachgedacht.

Fazit

Ein düsteres Märchen über weibliche Wut. Die Harpyie ist ein sprach- und bildgewaltiger Roman, dessen Ende Platz für Interpretationen lässt.


Weitere Stimmen zu Die Harpyie:
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