Startseite RezensionenKurzmeinungen [Kurz & Knackig #7] Kulinarik, Rätsel und der 20. Juli

[Kurz & Knackig #7] Kulinarik, Rätsel und der 20. Juli

von Marie
Beitragsbild für Kurz & Knackig #7

Momentan habe ich das Gefühl, dass ich noch viel schneller lese, als ich meine Gedanken dazu aufs Papier bzw. auf den Bildschirm bannen kann. Darum ist heute wieder Zeit für eine neue Runde Kurz & Knackig. Diesmal geht es um kulinarische Kurzgeschichten, eine mit Rätseln gespickte Fortsetzung und den 20. Juli (1944).

Wenn euch mein letzter Beitrag in der Rubrik Kurz & Knackig interessiert, in dem es um gruselige Holzfiguren, einen grotesken Kapitän und einen Jugendlichen, der seine Erinnerungen auslöschen möchte, geht, könnt ihr ihn hier nachlesen.


Die Welt auf dem Teller

von Doris Dörrie

Doris Dörrie schreibt in ihren Kolumnen über ihre Leidenschaft zum Essen und Trinken, teilt Kindheitserinnerungen und mahnt den bewussten Umgang mit Essen an.

Inhaltsangabe
Die Welt auf dem Tellervon Doris Dörrie

Doris Dörrie hat meinem Mann und mir so manchen Küchenabend versüßt. Während mein (hervorragend kochender) Ehemann das Essen vorbereitet hat, habe ich ihn mit den kulinarischen Geschichten der erfolgreichen Regisseurin und Autorin unterhalten.

In Die Welt auf dem Teller reist Doris Dörrie quer durch die Kulinarik der Welt. Es geht um japanisches Fastfood und grünen Tee, Bagels, Baumkuchen und Kartoffeln. Sie teilt Kindheitserinnerungen mit uns und schreibt auch über gesundes und ökologisch korrektes Essen.

Sehr gelungen finde ich die Mischung der Geschichten und dass die Autorin auch immer ihren Tonfall anpasst. So lesen sich die Kurztexte mal humorvoll und leicht, dann aber auch wieder ernst und bisweilen sogar mahnend.

Ich bin rundum begeistert von diesem schmalen Büchlein und kann es euch sehr empfehlen. Dank der kurzen Texte eignet sich Die Welt auf dem Teller auch perfekt zum Vorlesen.

Fazit: Kulinarische Kurzgeschichten; mal humorvoll, mal ernst. Toll!

Die Welt auf dem Teller von Doris Dörrie ist am 26.08.2020 im Diogenes Verlag erschienen und hat 208 Seiten. ISBN: 978-3-257-07051-4.


The Inheritance Games – Das Spiel geht weiter

von Jennifer Lynn Barnes

Auch im zweiten Teil der Inheritance Games-Reihe fragt sich Avery, warum Tobias Hawthorne ausgerechnet ihr sein riesiges Vermögen vermacht hat. Einige neue Hinweise geben weitere Rätsel auf und gemeinsam mit Tobias‘ Enkelsöhnen macht sie sich auf, das Geheimnis zu lösen. Ob es ihr diesmal gelingt?

Inhaltsangabe
Buchcover von The Inheritance Games - Das Spiel geht weiter von Jennifer Lynn Barnes

Schon mehrfach habe ich erwähnt, dass ich mich mit Fortsetzungen oft schwer tue und offenbar einfach keine Fortsetzungsleserin bin. Das vorausgeschickt kommt hier meine Kurzkritik:

Das Spiel geht weiter, so der Titel des zweiten Bands und genau so ist es. Die Protagonisten sind bekannt, entwickeln sich auch nicht großartig weiter. Der Schwerpunkt liegt auf den zu entschlüsselnden Rätseln, die das Hawthorne-Erbe umgeben. Wie auch Teil 1 liest sich das Buch sehr flott. Es kommt keine Langeweile auf und die Rätsel machen Spaß.

Aber es kommt mir alles so bekannt vor. Unsichtbare Tinte, Geheimgänge, Intrigen – alles super. Aber die großen Überraschungen aus Band 1 bleiben aus, weil mir das Prozedere jetzt bekannt ist. Wie gesagt, ich habe mich nicht gelangweilt, aber es war auch nichts Neues. Ob ich den dritten Teil lese, bleibt ungewiss.

Trotzdem: The Inheritance Games – Das Spiel geht weiter ist keinesfalls ein schlechtes Buch. Wer Teil 1 gemocht hat und sich nicht an Wiederholungen bzw. bekannten Szenarien stört, wird Teil 2 ebenfalls mögen.

Fazit: Sehr flott zu lesendes, spannendes Jugendbuch, das allerdings nicht mehr so überraschend wie Teil 1 ist.

The Inheritance Games – Das Spiel geht weiter von Jennifer Lynn Barnes ist am 11.07.2022 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag erschienen. Das Buch wurde von Ivana Marinović übersetzt und hat 384 Seiten. ISBN: 978-3-570-31433-3.


20. Juli – Ein Zeitstück

von Bernhard Schlink

Im Leistungskurs Geschichte entbrennt eine Diskussion darüber, dass der Anschlag auf Hitler am 20. Juli 1944 viel zu spät kam.

Inhaltsangabe
Buchcover zu 20. Juli - Ein Zeitstück von Bernhard Schlink

Sehr gespannt war ich auf Bernhard Schlinks Kurztext 20. Juli – Ein Zeitstück.

In Form eines Theaterstücks diskutieren ein paar Abiturienten und ihr Lehrer darüber, ob ein „Präventivmord“ in Ordnung ist, wenn man damit ein größeres Unheil verhindern kann. Diese Frage orientiert sich einerseits an der Feststellung, dass der Anschlag auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 viel zu spät kam; andererseits daran, dass in Deutschland gerade eine nationalsozialistische Partei die Landtagswahl gewonnen hat, dessen Vorsitzender mit seiner einnehmenden Art fast die Hälfte aller Deutschen in seinen Bann gezogen hat.

Es geht zuerst um den Verstand, dann um das Gewissen, dann um die Angst. Nur wenn der Verstand sagt, dass es sein muss, kann das Gewissen es ertragen und der Mut die Angst überwinden.

Seite 31

Tolles Thema! Gar keine Frage. Leider fand ich die Umsetzung nicht richtig gelungen. Vielleicht lag es an den sehr wenigen Seiten (keine 100), dass der Text auf mich eher verwirrend wirkte. Im Gegensatz zu den Theaterstücken Terror oder Gott (beides von Ferdinand von Schirach), die sehr zum Nachdenken angeregt haben, hat mich 20. Juli nicht richtig gepackt/berührt. Der erwartete Nachhall blieb leider aus.

Fazit: Trotz seines spannenden Themas hat das Stück meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllt.

20. Juli – Ein Zeitstück von Bernhard Schlink ist am 26.05.2021 im Diogenes Verlag erschienen und hat 96 Seiten. ISBN: 978-3-257-61179-3.


In Kurz & Knackig findet ihr Kurzmeinungen zu einem bunten Mix aus kürzlich gelesenen Büchern, für die ich aus Zeitgründen keine ausführlichen Rezensionen schreibe. Weitere Kurzmeinungen und längere Rezensionen findet ihr hier.

3 Kommentare

Dani 24. Oktober 2022 - 10:19

Schade, dass „20. Juli“ nicht die Erwartungen erfüllt hat.

Antworte
Zeilentänzerin 25. Oktober 2022 - 17:04

Hey Marie. Ich sagte ja schon einmal, dass ich diese Rubrik sehr gerne mag. So wird man kurz und knapp über drei Bücher informiert und bestenfalls neugierig. Ich komme aus Zeitgründen oft auch nicht hinterher, weswegen ich meine Rezensionen meistens am Wochenende schreiben und vorplanen muss.

Zeilentänzerin

Antworte
Marie 25. Oktober 2022 - 18:09

Hi Zeilentänzerin,
und es freut mich immer wieder, dass dir die Rubrik so gefällt. :) Vielen Dank für dein Lob.
Liebe Grüße
Marie

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