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„Drei Mann in einem Boot“ von Jerome K. Jerome

von Marie
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"Drei Mann in einem Boot" von Jerome K. Jerome

Jerome K. Jeromes Roman Drei Mann in einem Boot, das den herrlichen Untertitel Ganz zu schweigen vom Hund! trägt, habe ich zusammen mit Main Street von Sinclair Lewis gekauft. Auch hier die tolle Ausgabe des Manesse-Verlags.

Eine Bootsfahrt, die ist lustig

In seinem Roman schildert Jerome K. Jerome eine Bootsfahrt der drei Freunde Harris, George und seinem Alter Ego J. sowie Hund Montmorency auf der Themse. Von der chaotischen Vorbereitung – braucht man Rasierzeug und Abendgarderobe auf dem Boot? – zu der noch chaotischeren Bootsfahrt. Viel Entspannung ist nicht angesagt, dafür umso mehr Spaß – zumindest für den Leser.

Wer schon einmal mit einem kleinen Boot durch die Gegend geschippert ist, weiß, was alles passieren kann. Es fängt an zu regnen, ein Ruder macht sich selbstständig, das Boot kentert… All das und noch viel mehr erleben drei Menschen und ein Hund, als sie sich überlegen, dass eine Bootsfahrt auf der Themse doch ein toller Spaß und die pure Erholung wäre. Das Ganze schildert Jerome K. Jerome so humorvoll und kurzweilig, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Zeitlose Lektüre

Kaum zu glauben ist, dass das Buch bereits 1889 veröffentlicht wurde, so zeitlos erscheint es bisweilen. (Das kann natürlich auch an der hervorragenden Übersetzung von Gisbert Haefs liegen.) So beschreibt der Erzähler zum Beispiel, wie er sich durch ein medizinisches Buch liest und dabei entdeckt, dass er jede der aufgeführten Krankheiten hat. Sein Fazit:

Als fröhlicher, gesunder Mann hatte ich den Lesesaal betreten. Als hinfälliges Wrack kroch ich hinaus.

Seite 11

Na, wer denkt auch gerade an seine letzte Google-Suche?

Sehr scharfsinnig auch J.s Gedanke zu den Kinkerlitzchen, die man sich gerne so hinstellt.

Ich frage mich, ob den alten Suppentellern, Bierkrügen und Löschhütchen, die wir heute so sehr schätzen, wirkliche Schönheit eigen ist oder ob ihnen nur der Heiligenschein des Alters, der sie umglüht, in unseren Augen diesen Reiz verleiht.

Seite 99

Insgesamt ist die Geschichte tatsächlich zeitlos und man könnte es für ein aktuelles Buch halten, wenn nicht ein paar Wörter und Ereignisse darauf schließen lassen würden, dass das Buch schon gut 130 Jahre alt ist.

Britischer Humor

Ich stelle fest, dass ich ein immer größerer Fan von britischem Humor werde. Gut, Monty Python habe ich schon immer geliebt, aber den literarischen Humor hatte ich gar nicht so auf dem Schirm. Jerome K. Jerome erinnert mich wieder daran. (Ich muss bald wieder mit Douglas Adams ins Weltall). Ich habe teilweise wirklich Tränen gelacht. Der Humor kommt schön trocken daher, nie platt – tatsächlich ein wenig wie bei den Sketchen von Loriot, wie Harald Martenstein im Nachwort feststellt.

Das ist Harris, wie er leibt und lebt – jederzeit bereit, die gesamte Bürde zu übernehmen und sie anderen auf den Rücken zu packen.

Seite 38

Wer Lust auf eine witzige Bootsfahrt auf der Themse hat, sollte unbedingt zu Drei Mann in einem Boot – Ganz zu schweigen vom Hund! greifen. Mich hat diese Geschichte komplett überrascht und begeistert.

Fazit

Drei Mann in einem Boot ist ein Buch voll trockenem Humor, viel Esprit und schrägen Ereignissen. Ein großes Lesevergnügen und eine absolute Empfehlung.


Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch.

Copyright für das Beitragsbild: Canva.com (Hintergrund), Manesse Verlag (Buchcover)

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