Das Fieber

von Marie
44 Aufrufe
Cover von Das Fieber

Im Zuge meines Königskinder-Projektes, bei dem ich nach und nach alle Bücher des Verlags lesen werde, habe ich zufällig eins herausgegriffen, das wie geschaffen ist für die derzeitige Corona-Situation. Das Fieber handelt von einer weltweiten Pandemie, die allerdings 100 Jahre früher ihr Unwesen trieb – der Spanischen Grippe.

Das Fieber ist der Debütroman der Autorin Makiier Lucier und die Handlung beginnt im Herbst 1918, als sich die 17jährige Cleo überlegt, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Ihre unausgegorenen Gedanken werden durch den Ausbruch der Spanischen Grippe in ihrer Heimatstadt unterbrochen. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen, die Zahl der Opfer steigt und steigt. Cleo beschließt, als freiwillige Helferin beim Roten Kreuz anzufangen.

Makiier Lucier schafft es sehr gut, die steigende Angst vor der Pandemie greifbar zu machen. Anfangs gehen viele Einwohner der Stadt von einer normalen Grippe aus, aber nach und nach wird deutlich, dass dem nicht so ist.

Man stirbt doch nicht einfach nach zwei Tagen Grippe

Dadurch, dass die Autorin ihre junge Protagonistin Cleo beim Roten Kreuz helfen lässt, bekommt der Leser einen guten Einblick in das Geschehen. Besonders bedrückend ist, dass die Ereignisse sehr große Ähnlichkeiten zur aktuellen Corona-Pandemie haben. Ich habe zwischendurch den Eindruck gehabt, die Autorin wäre rasch in die Zukunft gereist, um den derzeitigen Alltag in sich aufzunehmen und dann darüber zu schreiben.

Cleo stellt fest, dass die Stadt wie verwandelt ist. Erst nach einigen Augenblicken geht ihr auf, woran es liegt: Alle Einwohner tragen Masken! Doch natürlich gibt es immer wieder Menschen, die aus der Reihe tanzen. Manche weigern sich schlicht, Masken zu tragen und wenn sich jemand beschwert, niest der Angesprochene einfach mal in dessen Gesicht. Auch werden z. B. Theater und Schulen geschlossen, dafür drängen sich die Menschen dicht an dicht auf dem Wochenmarkt.

Die Schulen waren geschlossen. Die Theater, Bowlingbahnen und Kirchen auch. Warum also war die Bibliothek noch geöffnet? Einige der neuen städtischen Regeln ergaben nicht viel Sinn.

Das Fieber, Seite 226

Zwangsläufig gibt es in Das Fieber auch einige traurige Momente, wie z. B., wenn Cleo erkrankte Mitmenschen aufsucht und dabei auch auf totkranke Kinder stößt, die später dann an der Spanischen Grippe sterben. Stellenweise hat mich das Buch sehr beschäftigt, da es eben die aktuelle Situation so gut widerspiegelt.

Kleine Lichtblicke erlebt Cleo allerdings dann doch: Sie verliebt sich nämlich in einen Arzt. Zum Glück bleibt diese Liebesgeschichte sehr diskret im Hintergrund. Hier und da Andeutungen, Blicke, kurze Berührungen… insgesamt steht die Pandemie mit all ihrem Schrecken im Vordergrund.


Fazit

Ein bewegender Debütroman über ein junges Mädchen, das sich während der Spanischen Grippe dem Roten Kreuz anschließt. Die Geschichte weist zudem eine bedrückende Nähe zur aktuellen Corona-Pandemie auf.


Titel: Das Fieber
Originaltitel: A Death-Struck Year
Autorin: Makiia Lucier
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 384
Genre: Jugendbuch
Veröffentlicht: 24.05.2015
ISBN: 978-3551560124
Übersetzerin: Katharina Diestelmeier

Wenn ihr auf das Coverbild klickt, gelangt ihr zur Verlagsseite, wo ihr weitere Infos zum Buch findet. Leider gibt es das Buch nur noch als E-Book. Eventuell ist das Buch noch antiquarisch erhältlich.


Ich freue mich über deinen Kommentar

* Mit dem Senden des Formulars erkläre ich mich mit der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten durch diese Website einverstanden.