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„Die Brontës gingen zu Woolworths“ von Rachel Ferguson

von Marie
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Rezension zu Die Brontës gingen zu Woolworths von Rachel Ferguson

Werbung: Herzlichen Dank an den Nagel und Kimche Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Die Brontës gingen zu Woolworths (OT: The Brontes Went to Woolworths) von Rachel Ferguson.
Am 24.10.2023 im Nagel und Kimche Verlag erschienen.
Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Reinhardus.
ISBN: 978-3312013050 / 256 Seiten

Das Buch war mir vollkommen unbekannt. Nur durch Zufall habe ich es entdeckt und fand den Klappentext so ansprechend, dass ich Die Brontës gingen zu Woolworths unbedingt lesen wollte.

Die Brontës gingen zu Woolworths – worum geht es?

Die verwitwete Mrs Carne lebt mit ihren drei Töchtern in London, in Middle-Class-Verhältnissen. Gemeinsam kultivieren die vier ein eher ungewöhnliches Hobby: sie entwickeln fiktive Freundschaften zu Persönlichkeiten der High Society, z. B. zu einem Theaterschauspieler, zu einem Richter am High Court, zu Lady Toddington. Sie dichten diesen Personen enge, freundschaftliche Beziehungen zu ihrer eigenen Familie an. Als die mittlere Tochter, Deirdre, die echte Lady Toddington auf einem Wohltätigkeitsbasar kennenlernt, droht das gemeinschaftlich entwickelte Fantasiegebilde einzustürzen. Nachdem die Carnes dann auch noch bei einer Séance versehentlich die Geister der Brontë-Schwester heraufbeschwören, ist das Chaos perfekt …

Klappentext

Exzentrische Schwestern

Die Brontës gingen zu Woolworths wurde erstmals Anfang der 1930er Jahre veröffentlicht und das lässt sich auch deutlich anhand der Geschichte erkennen. Im Mittelpunkt stehen die Carne-Schwestern, die mit ihrer Mutter in London leben und zur oberen Mittelschicht gehören. Sie fantasieren sich Freundschaften zu bekannten Menschen zusammen – was ihre Bediensteten auf die Palme bringt – und als das titelgebende Ereignis stattfindet, kollidieren Realität und Fantasie.

Mutter blickte verlegen drein und ich machte mir Shakespeare’sche Gedanken. Das wirkt immer beruhigend. „Hinaus mit dir, Verfluchte, pack dich aus diesem zwie’gespaltnen Haus“.

Seite 34

Zu sagen, die Protagonistinnen wären exzentrisch ist fast schon untertrieben. Sie sind wirklich sehr speziell, das macht aber auch den Lesespaß aus. Eine richtige Handlung gibt es dabei aber nicht. Es wird sehr viel geschwatzt und noch mehr zusammenfantasiert. Das muss man mögen.

Eine aberwitzige Geschichte

Der Stil gefällt mir sehr. Die Geschichte stammt zwar aus den 1930er Jahren, kommt stilistisch aber frech und manchmal sehr pointiert daher. Wunderbar sind dabei die literarischen Anspielungen und Sätze, die ich als leidenschaftliche Leserin natürlich sehr nachvollziehen kann.

Eine Frau, die auf einer Party von Mutter zu Gast war, fragte mich einmal »Liest du gern?«, woraufhin wir alle verstummten, denn wie hätten wir ihr erklären sollen, dass Bücher lesen so ähnlich ist wie ein Bad nehmen, oder schlafen oder Brot essen – eine absolute Lebensnotwendigkeit, bei der man nicht darüber nachdenkt, ob man sie schätzt oder nicht.

Seite 7

Mit wenigen Ausnahmen (der Vater litt offenbar an Depressionen) ist Die Brontës gingen zu Woolworths eine recht aberwitzige Geschichte, bei der es bisweilen etwas schwierig ist, dem Geschehen (wenn man denn so will) zu folgen. Die Vorstellungskraft der Familie ist nämlich derart groß, dass man wirklich denkt, das, was sie erzählen, passiert auch so. Wenn sie dann den realen Figuren tatsächlich begegnen, sorgt das natürlich für Irritationen – bei den Schwestern und beim Leser. Trotzdem ist es eine vergnügliche Reise und die gut 250 Seiten lesen sich wunderbar weg. Und wenn ihr jetzt denkt, dass meine Rezension etwas wirr klingt, dann lest erstmal das Buch! 😁

Fazit

Die Brontës gingen zu Woolworths ist ein launiges Buch, in dem nicht wirklich viel passiert, dafür aber umso mehr geschwatzt und fantasiert wird. Ein heiterer, etwas wirrer Roman mit exzentrischen Charakteren.


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