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„Der letzte Zug nach Schottland“ von Josephine Tey

von Marie
Veröffentlicht: Letztes Update
Rezension zu Der letzte Zug nach Schottland von Josephine Tey

Werbung: Herzlichen Dank an den Oktopus Verlag für das Rezensionsexemplar.

Der letzte Zug nach Schottland (OT: The Singing Sands) von Josephine Tey.
Am 27.07.2023 im Oktopus Verlag erschienen.
Aus dem Englischen übersetzt von Manfred Allié.
ISBN: 978 3 311 30032 8 / 336 Seiten

Auf die britische Autorin Josephine Tey bin ich erst vor einem guten Jahr aufmerksam geworden, als ich in einer Literatursendung einen Beitrag über Alibi für einen König hörte. Ich habe das Buch sofort verschlungen und war absolut begeistert. Es folgte Nur der Mond war Zeuge und mit Der letzte Zug nach Schottland habe ich nun bereits das dritte Buch der 1952 verstorbenen Josephine Tey gelesen. Ob es mir ebenso gut gefallen hat, wie die beiden Vorgänger, lest ihr in meiner Rezension.

Der letzte Zug nach Schottland – worum geht es?

Alan Grant, Inspektor bei Scotland Yard, hat einen Burnout und ihn plagen klaustrophobischen Anfällen. Um sich zu erholen, fährt er mit dem Zug zu seiner Cousine und ihrer Familie nach Schottland. Doch bereits auf der Anreise tut sich dummerweise ein Fall auf. Ein junger Mann wird tot in seinem Schlafwagenabteil gefunden und obwohl Grant eigentlich nur Angeln, Schlafen und Essen wollte, beginnt er heimlich mit den Ermittlungen. Denn irgendwas kommt ihm an dem als Unfall deklarierten Tod komisch vor – und er hat recht. Der Fokus auf eine Sache scheint sich zudem positiv auf Grants Psyche auszuwirken.

Grant betrachtete seine Hände und sah, dass sie aufgehört hatten zu zittern. Für ihn war der tote junge Mann, der sich selbst nicht hatte retten können, zur Rettung geworden.

Seite 34

Entschleunigung

Der letzte Zug nach Schottland beginnt sehr gemächlich – trotz des toten Mannes. Es geht viel um Angeln, die schöne Natur Schottlands sowie Grants familiäre Verbindungen. Lange streifen wir mit dem Inspektor durch die Landschaft, entschleunigen beim Lesen des Buches selbst ein wenig. Es passiert nicht viel, was sich langweilig anhören mag, es aber nicht im Geringsten ist. Josephine Tey hat einen wunderbaren Schreibstil, bei dem nicht nur Grant zur Ruhe kommt, sondern auch wir, die wir das Buch lesen.

Ob man auf ein Land voller Seen oder auf eine See voller Inseln blickte, so sehr durchdrang eins das andere. Es war eine Welt, die man am besten den Graugänsen und den Seehunden überließ. Grant allerdings war glücklich auf seinem Hügel.

Seite 133

Nicht umsonst steht auf dem Cover „Roman“ und nicht „Krimi“. Krimileser sollten sich also darauf einstellen, dass der Mordfall zwar eine Rolle spielt, das Ganze jeoch in ruhigen Bahnen verläuft und sich spannungsmäßig eher in einem cozy crime-Bereich aufhält.

Geheimnisse und Intrigen

Aber: Wo Alan Grant drauf steht, ist auch die Suche nach einem Täter nicht weit. Grant fährt seine Betriebsamkeit zwar etwas herunter, doch ganz aus seiner Haut kann er natürlich nicht. Besonders, da der Tote rätselhafte Verse auf einer Zeitung hinterlassen hat, in der u. a. vom „Singenden Sand“ (so auch der Originaltitel) die Rede ist. Auf der Suche nach der Lösung des Rätsels kommt der Scotland Yard-Inspektor mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen, teils hilfsbereit, teils nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht.

Und auch wenn so viele Detektivgeschichten das Gegenteil behaupten – in Wirklichkeit ist die Kriminalpolizei eine sehr tüchtige Organisation.

Seite 214

Er liegt in zugigen Gästebetten, trifft Widerstandskämpfer und trinkt Selbstgebrannten, der ihm die Tränen in die Augen treibt – alles im Hinblick darauf, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ob ihm das letztlich hilft, wird natürlich nicht verraten. Nur so viel: Auch dieser dritte Band um Alan Grant hat mich wieder überzeugt und ich freue mich auf weitere Bücher der Reihe. Ich bin froh, dass ich Josephine Tey für mich entdeckt habe. Zwar spät, aber besser spät als nie.

Fazit

Der letzte Zug nach Schottland ist eine ruhig erzählte Geschichte, in der es zwar auch um einen Mordfall geht, die Ermittlungen jedoch in sehr gemächlichen Bahnen verlaufen. Mir hat diese Entschleunigung sehr gefallen und Dank Josephine Teys einnehmendem Schreibstil ist auch dieser Alan Grant-Roman ein Lesegenuss.


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