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„Der Freund der Toten“ von Jess Kidd

von Marie
Veröffentlicht: Letztes Update 35 Aufrufe
Der Freund der Toten von Jess Kidd

Mit meinem Text zu Der Freund der Toten habe ich mal wieder eine ältere Rezension für euch, die ich vor dem Start meines Blogs geschrieben hatte. Da ich diesen Roman aber sehr liebe und ihn euch unbedingt auch ans Herz legen möchte, habe ich die Rezension für Wörter auf Papier überarbeitet.

Bei Der Freund der Toten habe ich mich einmal wieder durch die Leseprobe leiten lassen. Denn schon die hat mich bereits begeistert und ich habe gewusst, dass der Roman mich umhauen wird – und das tat er. Ich bin absolut hingerissen von diesem Debüt!

Der Freund der Toten – worum geht’s?

Jess Kidd erzählt von Mahony, der im Waisenhaus aufwuchs und eines Tages in ein kleines irisches Dorf kommt, um dort das Verschwinden seiner Mutter Orla vor mehr als 20 Jahren zu ergründen. Ein Vorhaben, das die Dorfgemeinschaft beunruhigt. Hilfe bekommt Mahony von einer alten Schauspielerin, die sich nur zu gern in die Ermittlungen hängt.

Wer jetzt denkt, „och nö, ein Krimi“, bleibt bitte trotzdem noch kurz. Denn Der Freund der Toten ist viel mehr als ein Krimi. Versprochen!

Mitreißend ab der ersten Seite

Jess Kidd nutzt eine bildgewaltige Sprache, die mich von der ersten Seite an begeistert hat und die dafür sorgt, dass man sofort mitten in der Geschichte ist.

Worte können fliegen. Sie sausen durch Fenster, über Zäune, zwischen Barhockern hindurch und durch Gärten. Sie bewegen sich schnell von Mund zu Ohr, von Ohr zu Mund. Und unterwegs gewinnen sie an Tempo und Gewicht und Substanz und Schwerkraft.

Seite 71

Auch Jess Kidds Worte können fliegen und haben sich in meinem Kopf festgesetzt. Bis zur letzten Seite habe ich ihre umwerfenden Sätze eingesogen!

Und warum ist Der Freund der Toten nun so viel mehr als ein Krimi? Ich finde, das Buch nur als Krimi zu bezeichnen, wäre einfach zu kurz gegriffen. Natürlich geht es um das Verschwinden von Orla, um die Hintergründe und die Mitwisser. Aber die Geschichte, die darum gewebt ist, ist aufgrund ihrer großartigen Sprache (ja, ich wiederhole mich hier nur zu gern!) weit mehr als das. Spannend geht es zu, aber auch mystisch und etwas unheimlich.

Gespräche mit Toten

Außerdem ist es die Geschichte eines Dorfes und ihrer Menschen – der lebenden und toten. Wie Mahony mit den Toten spricht, wie sie immer wieder in die Geschichte platzen, ist teils traurig, zumeist aber sehr, sehr lustig. Mein Liebling war der sich gern entblößende Johnnie.

Überhaupt die Figuren! Mahony ist klasse, aber die alte Mrs. Cauley ist dermaßen genial, dass ich mir schon um ihretwillen gewünscht habe, dass Der Freund der Toten nie zu Ende geht. Die alte Dame ist spitzzüngig, gewitzt und auch ziemlich furchteinflößend. Sie und Mahony geben ein einzigartiges Ermittler-Duo ab.

Ich hoffe, ich konnte euch meine Begeisterung für dieses Buch vermitteln und euch – ob Krimi-Fans oder nicht – Lust auf Der Freund der Toten machen.

Fazit

Wer sich gern in grandioser Bildsprache verliert und spitzzüngigen Humor liebt, wird auch Der Freund der Toten lieben. Eine große Empfehlung.

Der Freund der Toten (OT: Himself) von Jess Kidd
Am 19.05.2017 im Dumont Verlag erschienen.
Aus dem Englischen von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel übersetzt.
ISBN: 978-3-8321-9836-7 / 384 Seiten

2 Kommentare

Zeilentänzerin 9. Februar 2023 - 15:09

Hallo Marie, oh wow, das klingt wirklich wunderbar. Schön, dass du diese Rezension für deine Leser:innen geteilt hast!

Zeilentänzerin

Antworte
Marie 9. Februar 2023 - 15:45

Das freut mich sehr! Es ist auch wirklich ein wunderbares Buch. Schön, dass ich dich begeistern konnte. :)
Liebe Grüße
Marie

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