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„Simonelli“ von Denis Pfabe

von Marie
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Cover und Beitragsbild zu Simonelli

Vielleicht kennt ihr die Schmökerbox – eine Buchbox, bestehend aus einem Buch und dazu passenden Goodies. Ab und zu kaufe ich mir eine, da sie anders als die meisten anderen Überraschungsbuchboxen nicht auf Jugendliche ausgerichtet ist. So habe ich schon einige tolle Bücher gelesen, die ich ohne die Box vielleicht nicht gelesen hätte. Zuletzt habe ich mir die Augustbox gekauft, die den Roman Simonelli von Denis Pfabe enthielt.

Lass die Finger von fremden Sachen

Simonelli ist ein komischer Typ. Einst ein bekannter Requisitenbauer, der für seine absolut detailgetreuen Werke bekannt war; heute fast vergessen, da er den Anschluss an die digitalisierten Neuerungen seiner Arbeit verpasst hat. Chronischer Geldmangel zeichnet ihn aus. Als er seine Katze einschläfern lassen muss, bricht er völlig zusammen. Der letzte Tropfen, der sein bis zum Bersten gefülltes Fass zum Überlaufen bringt. Eine wertvolle Pistole, die er eigentlich nicht besitzen dürfte, will er nun zu Geld machen. Dafür reist Simonelli nach England.

Dort soll er außerdem einen großen Auftrag erledigen, nämlich für einen Filmdreh den Anker der Titanic nachbauen. Die Übergabe der Pistole will er so nebenbei erledigen. Aber da Simonellis Leben den Bach runtergeht, klappt auch das nicht so einfach. Leichen – im wörtlichen wie übertragenen Sinne – pflastern seinen Weg. Denn die Pistole weckt auch die Begehrlichkeiten von skrupellosen Gangstern.

Der Anfang wird das Ende sein

Gelungen finde ich, wie Denis Pfabe am Ende von Simonelli den Kreis zum Beginn des Romans schließt. Die Erzählstränge verbinden sich und Fragen werden beantwortet. Aber vielleicht wird nicht alles so aufgelöst, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Ende erscheint mir auch ein wenig offen. Zudem ist der Weg bis zum letzten Drittel, in dem das Buch an Fahrt aufnimmt, für meinen Geschmack zu langatmig. Obwohl gut geschrieben, erreicht mich der Erzählstil einfach nicht. Mehr als einmal sind meine Augen rastlos über die Seiten gewandert, ein schlechtes Zeichen.

Dabei hatte ich am Anfang das Gefühl, das ich sehr gut unterhalten werde. Das liegt auch an Simonellis Freund Henri, der einen sehr schrägen Beruf ausübt. Henri ist nämlich ein Spezialist darin, Möbel von grausamen Menschen der Geschichte, z. B. Kriegsverbrechern, Diktatoren, Serienkillern etc. für dubiose Auftraggeber zu beschaffen. Derzeit arbeitet er daran, den Schreibtisch von einem Nazi-Verbrecher zu rekonstruieren, inkl. Stempelrondell und Tintenfass. Henri beschreibt seine Arbeit so:

Widerwärtige Ware, noch widerwärtigere Klientel. Aber das Geld stimmte, ja, das richtige Geld ist immer bei den Widerwärtigen.

Seite 38

Ein Satz, der im Nachhinein als Warnung verstanden werden kann.

Nach diesem guten Einstieg wird die Geschichte etwas verworren. Sehr viele Leute mischen im Geschehen mit, ein Erzählstrang folgt auch einem Japaner namens Shige Yakatomo, der ein Spezialist für militärische Waffen ist. Wie schon erwähnt hat mich der Erzählstil dann aber leider nicht mehr mitgenommen. Meine erste Begeisterung löste sich langsam aber stetig auf. Obwohl das Buch viele tolle Szenen bietet, konnte mich Simonelli insgesamt nicht überzeugen.

Fazit

Ein Roman, der mit guten Szenen beginnt, dessen Erzählstil mich dann aber nicht mehr für sich einnehmen kann. Im letzten Drittel nimmt Simonelli zwar noch eine gelungene Wendung, insgesamt bleibt mir das Ende aber etwas zu offen.


Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch.

Bella von Bella’s Wonderworld hat das Buch auch gelesen. Schaut doch mal, was sie zu Simonelli zu sagen hat.

Copyright für das Beitragsbild: Canva.com (Hintergrund), Rowohlt Verlag (Buchcover)

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