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Ein Meer aus Licht und Farben

von Marie
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Ein Meer aus Licht und Farben

Seit unserem Schweden-Urlaub vor 5 Jahren sind mein Mann und ich (und Mops Herrmann) große Fans dieses nordischen Landes. Als wir vor zwei Jahren raus aus der Stadt wollten, hatten wir tatsächlich auch überlegt, nach Schweden zu gehen. Letztlich sind wir in Mecklenburg-Vorpommern gelandet :-) was uns aber auch Schweden näher gebracht hat, da in Rostock Passagierschiffe nach Schweden abfahren.

Aber was hat dieser Einstieg nun mit dem Buch zu tun hat? Ganz einfach, die Autorin Sylvia B. Lindström beschreibt in Ein Meer aus Licht und Farben genau das, was mein Mann und ich uns kurz erträumt hatten: Eine Auswanderung nach Schweden.

Eine Nacht- und Nebelaktion

Nach einer gescheiterten Beziehung hält Sylvia Lindström in ihrer norddeutschen Heimat nichts mehr. Sie möchte weg. Nach Schweden, das stand für die junge alleinerziehende Mutter schnell fest.

Mein Entschluss stand fest: In diesem lustigen und toleranten Land, das ich bisher einzig aus Büchern meiner Kindheit kannte, wollte ich in Zukunft ohne den vergangenen Beziehungsstress glücklich und zufrieden leben.

Ein Meer aus Licht und Farben, Seite 11

Durch glückliche Zufälle findet die Autorin für sich und ihren Sohn ein schönes abgeschiedenes Haus in Südschweden und schließt schnell Bekanntschaft mit den Einheimischen. Spannend erzählt Sylvia B. Lindström, wie sie die Gepflogenheiten und Eigenarten des Landes und ihrer Mitmenschen kennenlernt. Da sie kein Schwedisch spricht, ist am Anfang lediglich eine Verständigung mit Händen und Füßen möglich.

Jede Menge schwedisches Flair

Als Schweden-Fan gefällt es mir sehr gut, wie die Autorin von Land und Leuten berichtet. Sie lässt den Leser an ihren Erfahrungen teilhaben, berichtet mit leichtem, gut lesbaren Stil von ihren Erlebnissen.

Fika bedeutet Atemholen im Alltag, fünf Minuten Pause und macht in Schweden nicht nur den Arbeitstag, sondern ganz allgemein das Alltagsleben „menschlich“.

Ein Meer aus Licht und Farben, Seite 19

Auch ist spürbar, dass die Autorin bereits vorher Bücher, genauer Kinderbücher, geschrieben hat. Es mischt sich manchmal etwas märchenhaftes, wenn sie von ihrem kleinen Sohn Hauke und seinem Eingewöhnen in das neue Land berichtet. Die Liebe zu ihrem Sohn ist deutlich spürbar.

Eine gute Hälfte des Buches bietet interessante Einblicke in das Leben in einem neuen Land. Diese hat mich absolut begeistert und ich bin nur so über die Seiten geflogen. Klar, wenn man sich für ein Land interessiert, ist es – sofern das Buch nicht schlecht geschrieben ist – einfach, sich für die Geschehnisse zu begeistern. Ich finde es bewundernswert, wie die junge Frau „einfach so“ auswandert. Kein Job, keine Sprachkenntnisse, ein 3jähriges Kind an ihrer Seite. Und sie schafft es. Toll!

Dalapferde und echte Pferde

Allerdings hat Sylvia Lindström noch eine weitere Leidenschaft, nämlich Pferde, und denen wird besonders im letzten Drittel des Buches sehr viel Zeit gewidmet. Die Autorin will die Arbeit mit Pferden, die sie auch schon in Deutschland gemacht hat, in Schweden fortführen. Von diesen Anstrengungen wird ebenfalls viel erzählt, was für Pferdefreunde sicherlich spannend ist, mich aber etwas gelangweilt hat. Gleichzeitig verdient sie Geld, in dem sie mit einem Bekannten Pferde aus Holz anfertigt, eine Art Dalapferd. Teilweise wird es auch hier etwas zu detailliert. Und so verfliegt meine Begeisterung für das Buch leider auch mit jeder weiteren Seite. Lieber hätte ich mehr von der schwedischen Lebensart gelesen, als davon, wie die Autorin Pferde auswählt etc. und Holzpferde bemalt.

Schwedenliebe

Das Ende versöhnt mich noch einmal mit dem letzten, für meinen Geschmack nicht so guten Teil des Buches. Ein Meer aus Licht und Farben ist ein größtenteils spannender Erfahrungsbericht, der oft Lust macht, ebenfalls nach Schweden auszuwandern. Das Buch zeigt, dass es manchmal einfach Mut braucht, um den Schritt zu wagen.

Fazit

Ein Meer aus Licht und Farben ist meist spannend erzählt und vermittelt viel Schweden-Flair. Leider wird die Geschichte im letzten Drittel etwas langatmig. Für Schweden-Fans ist dieser Erfahrungsbericht aber dennoch empfehlenswert.


Auf der Verlagsseite findet ihr weitere Infos zum Buch und zur Autorin.

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